Archiv der Kategorie: Dialoge

lyrika extra – ausgezeichnet lyrik

Goethe-Institut, Fundacja Wisławy Szymborskiej oraz Literaturwerkstatt Berlin zapraszają na chwilę poezji z polskimi i niemieckimi wierszami. Dajmy sobie więc chwilę na nowe spojrzenie. Na skojarzenia i gry słowne, na ironię i dystans.

Każdy rozdział projektu to nie tylko nowe utwory liryczne. Autorzy opowiedzą również o swoich receptach na pisanie, o sposobach na dobry wiersz i źródłach nowych pomysłów. Wierszom towarzyszą animacje przygotowywane przez artystów sztuk wizualnych oraz przekłady renomowanych tłumaczy poezji.

po polsku: poezja extra – deutsch: ausgezeichnet lyrik

 

ausgezeichnet lyrik – lyrika extra

Das Goethe-Institut, die Wisława-Szymborska-Stiftung und die Literaturwerkstatt Berlin laden ein zu einer Begegnung mit deutschen und polnischen Gedichten. Nehmen wir uns also einen Moment Zeit für neue Sichtweisen, für Assoziationen und Wortspiele, Ironie und Distanz. Die Lyrikerinnen und Lyriker stellen hier nicht nur ihre Werke vor, sondern reden über ihre Arbeitsweise, über ihre Inspirationen und ihre Rezepte für ein gutes Gedicht. Begleitet werden die Texte von künstlerischen Animationen. Die Übertragungen in die jeweils andere Sprache besorgten namhafte Übersetzer.

deutsch: ausgezeichnet lyrik – po polsku: poezja extra

Mele Inoa für Lina Bögli

Inspiriert vom Roman „Die Welt war schneller als die Worte“ schrieb Una Brockington ein traditionelles hawaiisches Gedicht auf Lina Bögli und wird dazu die Musik komponieren und einen Hula-Tanz arrangieren. Sobald Aufführungsdaten feststehen, werden sie hier bekannt gegeben.

Maka ITB3_nurUnaKa Wahine Pi`i Mauna (na Una Brockington)

  1. `Ike ia i ka nani o ka wahine pi`i mauna (e)
    `akahi no a hele wawae, ia i ka nu`u o Haleakala

  1. A he pua `oe mai kahiki, mai uka o `alepa mai (e)
    hele loa ka huaka`i a kapa kai o Hawai`i nei
  1. He `ukiu e ka ua o ka `aina `o Makawao (e)
    la ilaila e ho`onanea i ka malu o ke ao (e)

  1. Ku kilakila `ahinahina pua mohala ho`okahi wale no,
    he mana`o ke aloha ali`i polaki

  1. Ha`ina mai ka puana i ka lanakila o Haleakala
    na ka wahine pi`i mauna no Lina-a-ka-piko he inoa (e)

He mele no Lina Bögli

 

Übersetzung ins Deutsche von Una Brockington:

Die bergsteigende Dame

  1. Weithin bekannt ist die Schönheit der bergsteigenden Dame, die Erste, die den Gipfel des Haleakala zu Fuß erklamm.
  1. Du bist eine Blüte aus einem fernen Land, von den Höhen der Alpen, lang war der Weg bis zu den Küsten des geliebten Hawaii.
  1. Der Ukiu ist der Wind der Gegend um Makawao, dort entspanne Dich im Schatten der Wolken.
  1. Hoch aufrecht stehen die Silberschwerter, die Pflanze, die nur ein einziges Mal erblüht, eine Erinnerung an die unvergeßliche Liebe zu dem polnischen Offizier.
  1. Hier endet die Geschichte vom Bezwingen des Haleakala, von der bergsteigenden Dame, „Lina-auf-dem Gipfel“ ist Dein Name.

Ein Lied für Lina Bögli von Una Brockington

 

Übersetzung ins Englische

    1. Well-known is the beauty of the mountain climbing woman,
      the first to reach the summit of Haleakala on foot.

    1. You are a flower from a foreign land, from the heights of the Alps,
      So far the journey to the shores of beloved Hawaii.

    1. The Ukiu is the wind of this land of Makawao,
      There you may relax in the shade of the clouds.

    1. Tall stand the Silversword plants, a flower that blooms but once,
      a memory of the love for the Polish officer

    1. This is the end of the story of the conquest of Haleakala,
      by the woman mountain climber, Lina-of-the-Summit in your name

traditional Hula Chant, written and translated by Una Brockington


Bedeutung und Ursprung des „Mele Inoa“

Ein „Mele Inoa“ ist ein poetischer Text, der einer verehrten Person gewidmet ist (Haw.: „mele“ = Lied, „inoa“ = Name), in direkter Übersetzung also ein „Namenslied“. Daher erklärt sich auch die Schlußfloskel „He inoa no….“ = im Namen von….

Zahlreiche Mele Inoa für hawaiische Adlige sind in Zeitungen und Liederbüchern aus dem 19. Jahrhundert überliefert, der Ursprung dieser Poesieform reicht jedoch in die Zeit vor dem ersten westlichen Kontakt auf Hawaii zurück.

Zu dieser Zeit existierte auf Hawaii keine Schriftsprache und das gesamte kulturelle Wissen wurde mündlich weitergegeben. Zur besseren Erinnerung wurden wichtige Texte als Chants (Gesänge) abgefasst, später auch rhythmisch begleitet und mit Tanzbewegungen untermalt rezitiert. Daraus entstand der Hula.

Da der Textinhalt von entscheidender Bedeutung war, zeigen sehr alte überlieferte Chants kein formal einheitliches Muster. Erst unter dem Einfluss von Kirchenchorälen und Seemannsliedern wurden Mele Inoa ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Couplet-Form mit gleichmäßigen Strophen gedichtet,

Nach dem erzwungenen Ende der Monarchie entstanden etwa ab 1900 auch verstärkt Mele Inoa zur Verehrung nicht adliger Personen.

Hawaiische Poesie

Statt von Versmaß und Reim, ist die Poesie in hawaiischen Texten von Gleich- und Ähnlich-Lauten, Alliterationen und Anhäufung von gleichen Buchstaben in einer Textzeile geprägt.

Ein wichtiges Stilmerkmal ist außerdem die „Kaona“, was man mit „verborgene Bedeutung“ übersetzen kann. Die Texte haben häufig mehrere Sinnebenen. Hinter Naturbeschreibungen verbergen sich für den Eingeweihten mehr oder weniger verschleierte Andeutungen auf menschliche Beziehungen, Gefühle usw.

Una Brockington

No Ka Ho`omana`o Ana Ia Berlin e.V.